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Bund – Laender – Kooperation in der Bildung

Bund – Laender – Kooperation in der Bildung

Das Thema Bildung ist ähnlich dem des Gesundheitswesens. Ein Dauerthema, auch Streitthema. Dazu gehört nicht nur die Vereinheitlichung im Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland. Streitthema ist auch die Kooperation zwischen dem Bund und den Ländern.

Um die Thematik zu verstehen muss man den Ausgangspunkt kennen, und das ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Im Grundgesetz (GG) von 1949 wurde dem Bund lediglich ein bestimmter Aufgabenkatalog übertragen. Die staatlichen Befugnisse und Aufgaben im Übrigen jedoch sind den Ländern zugeordnet. So Art. 30 GG. Das bedeutet, dass die Gesetzgebung für das Bildungswesen – die Hochschulen eingeschlossen – überwiegend in die Zuständigkeit der Länder gehören. Die Verwaltung im bezeichneten Sektor ist sogar ausschließlich Ländersache. Damit sind die bildungspolitischen Kompetenzen des Bundes in einem erheblichen Maß eingeschränkt.
Die Verfassungen der Länder regeln in detaillierten Vorschriften die Komplexe

- vorschulische Einrichtungen

- Schul- und Hochschulwesen

- Erwachsenenbildung und Weiterbildung

- Besoldung und Versorgung der Lehrer / Beamten

Auf der Basis der Kompetenzverteilung des GG obliegen dem Bund die Regelungen in den nachfolgend genannten Bereichen von Bildung, Wissenschaft und Fortschritt:

- Außerschulische berufliche Aus- und Weiterbildung,

- Hochschulzulassung und -abschlüsse,

- Förderung der Ausbildung, der wissenschaftlichen Forschung sowie der technologischen
Entwicklung,

- Jugendhilfe,

- Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht,

- Berufszulassung von Juristen sowie für die Heil- und Heilmittelberufe,

- Maßnahmen zur Arbeitförderung, Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Eine wichtige Rolle spielt die Kultusministerkonferenz. Hier handelt es sich um eine Instanz, die mit einem Ankommen vom 20.6.1959 gegründet wurde. Nach der Geschäftsordnung die sich diese Institution gegeben hat, werden dort Angelegenheiten der Bildungspolitik, der Hochschul- und Forschungspolitik sowie der Kulturpolitik behandelt, die von überregionaler Bedeutung sind. Ziel ist es, eine möglichst gemeinsame Meinungs- und Willensbildung zu erzielen. Das entspricht auch der Mitverantwortung für das Staatsganze.

Es muss die Frage gestattet sein, ob die zum Bildungswesen geregelten Rechtsnormen – und hier in erster Linie die Verfassung – noch den Anforderungen der Zeit standhalten. Die Übertragung der Kompetenzen im Bereich der Bildung, so wie sie sich derzeit darstellt, ist der historischen Vergangenheit Deutschlands geschuldet. Faktisch stellt sie eine Zersplitterung mit kleinstaatlichem Charakter dar. Deutschland ist ein nur kleines Land. Ob es überhaupt notwendig ist 16 Bundesländer zu haben, ist sehr fraglich. Aber bezogen auf das Bildungswesen und die damit verbundenen weitgehenden Kompetenzen stellt dieser Zustand ein echtes Hindernis mit Bremswirkung dar. Gerade und insbesondere im Bildungsbereich würde eine Einheitlichkeit mit Sicherheit wesentliche Erleichterungen in allen damit zusammenhängenden Fragen bringen und nicht zuletzt auch das Niveau der Bildung – und das besonders im Schulbereich – merklich positiveren. Eine weitere positive Nebenwirkung würde der Abbau von Verwaltungskräften sein. Ganze Ministerien könnten entfallen. Hier besteht derzeit ein riesiger Apparat, der sich zu einem Teil selbst verwalten muss. Die Bildungsministerien in den Ländern werden an einer solchen Veränderung nicht interessiert sein. Sie würden sicherlich versuchen, mit mehr oder weniger überzeugenden Argumenten ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen. Wer sägt denn auch gern an seinem eigenen Stuhl?

Aber die Meinungen zu Kompetenzfragen und Regelungen in einigen Bereichen die zur Bildung gehören, bestehen auch auf höchster politischer Ebene. Ein Beispiel ist das Kooperationsverbot, das für die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern ein Hindernis darstellt. Es ist aber unter Hinweis auf das Vorangestellte eine sehr wichtige Frage. Die Parteien stellen ihre Auffassungen natürlich ebenfalls zur Schau. Bisher war die Bundesregierung der Auffassung, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich zunächst auf den Bereich der Hochschulen zu lockern und damit mehr Kooperation aufkommen zu lassen. Die Opposition will mehr. Auch Kitas und Ganztagsschulen sollen einbezogen werden. Die Bundeskanzlerin hat sich offenbar besonnen. Auch sie zeigt sich geneigt, zumindest zum Thema Ganztagsbetreuung an Schulen, den Bund mit ins Benehmen zu setzen und damit die Kooperationsmöglichkeiten mit den Ländern zu erweitern. Aber auch hier wirkt die derzeitige Regelung im GG (siehe oben) als Bremsklotz. Es scheint irgendwie kurios, aber die Gesetzeslage gestattet es dem Bund nicht, dauerhaft auf Länderebene in die Bildung zu investieren. Das ist ähnlich der Situation bei den Hochschulen. Auch hier wirkt die aktuelle Fassung im Grundgesetz als ein Hindernis. Die Lösung: Änderung der Verfassung. Das ist keinesfalls nur ein Geck. Darüber wird ernsthaft nachgedacht und seitens der Bundesregierung liegt ein entsprechender diesbezüglicher Vorschlag vor.

Über die neuerliche Haltung der Kanzlerin in Sachen mehr Kooperation zwischen Bund und Ländern zu Fragen der Bildung, wird nunmehr aktuell heftig diskutiert. Die Grünen sprechen gar von purer Heuchelei. Schließlich – so sagen sie – sei es bislang die Bundeskanzlerin gewesen, die das Kooperationsverbot 2006 in der großen Koalition veranlasst habe. Seitdem habe sie es bisher stets verteidigt. Die Grünen betrachten insofern die derzeitige Haltung der Kanzlerin als Wahlaktionismus.
Auch Vertreter der Kultusministerkonferenz bemängeln, dass die CDU-geführten Länder sich einer Erweiterung von Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Bildung, und hier namentlich auch der Ausbau der Ganztagsbetreuung, entgegengestellt hätten.

Es läge wohl im Interesse des deutschen Bildungswesens, alle Hindernisse und Hürden abzubauen, die einer Vereinheitlichung entgegenstehen und den Berg von Formalismus, Bürokratie und Kleinstaaterei überwinden. An einer diesbezüglichen Änderung des Grundgesetzes sollte es insofern nicht scheitern. Das aber ist wiederum insofern nicht sicher, als die Länder von ihrer derzeitigen Macht und Stellung vermutlich nichts abgeben wollen.

Bildquelle: Dieter Schütz / pixelio.de


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Steigende Arbeitslosenzahlen im Sommer werden auf mangelnde Bildung zurückgeführt

Steigende Arbeitslosenzahlen im Sommer werden auf mangelnde Bildung zurückgeführt

Im Juli 13 ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Das ist im Sommer eher unnatürlich, wegen der vielen Arbeitsstellen auf dem Bau und in anderen wetterabhängigen Berufen. Aktuell sind jedoch fast 50.000 Menschen mehr arbeitssuchend gemeldet als im Juni und auch rund 40.000 mehr als im Vergleichsmonat in 12.

Die Bundesagentur für Arbeit versucht, dafür eine Erklärung zu finden. Nach dem Ende der Schule oder auch nach Ende der Lehrzeit melden sich viele Jugendliche arbeitslos. Dies fällte genau in die Sommerzeit. Denn die deutsche Wirtschaft an sich sei in der fraglichen Zeit gewachsen.

Doch kann es allein an diesen Jugendlichen liegen, die zwischen Schule und Ausbildung oder Lehre und Arbeitsstelle „Sommerpause“ haben? Eine andere Erklärung ist der Teilnehmerbestand in Qualifizierungsmaßnahmen von Erwachsenen. Denn bei den geförderten Maßnahmen ging die Zahl eklatant zurück. Erstmals waren es unter 150.000, die an solchen Maßnahmen teilgenommen haben. Allein im Juli war die Zahl gegenüber dem Vormonat um 8% rückläufig. Die Langzeitarbeitslosen sind hierbei übrigens überproportional betroffen.

Der Bildungsverband sieht das mit Unverständnis. Denn die Nachfrage nach Fachkräften ist hoch. Mechatronik und Elektro, Energie und Metallbau, sowie Fahrzeug- und Maschinenbau sind gut nachgefragt. Auch Verkauf, Logistik und Gesundheit sind Gebiete, auf denen man momentan recht einfach einen Job finden kann. Um dem allgemeinen Fachkräftemangel entgegenzuwirken, versucht man vorhandene Arbeitskraftpotentiale zu heben. Das ist ökonomisch sinnvoll und auch sozialpolitisch gewollt. Dennoch sind die Zahlen rückläufig – sinkt das Interesse der Arbeitslosen an Weiterbildung? Hat man sie mit ebenso sinn- wie erfolglosen Bewerbertrainings und Maßnahmen, die ins Leere liefen, von der Schulbank vertrieben und ihnen jegliche Hoffnung auf eine Besserung ihrer Situation genommen?

Bildquelle: © S.Hofschlaeger / PIXELIO


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Ist Hartz IV die Einbahnstraße nach unten?

Ist Hartz IV die Einbahnstraße nach unten?

Hartz IV war mal anders gedacht: Langzeitarbeitslose sollten auf diesem Weg schneller zu neuen Jobs kommen. Doch wie man lange weiß, verarmen die Betroffenen zusehends und Arbeit gibt es dennoch für die Empfänger dieser Leistungen nicht ohne Weiteres.

Die Linkspartei hat aktuell auf offiziellem Weg beim Bundesarbeitsministerium angefragt, wie es mit den Ergebnissen von Hartz IV aussähe. Heraus kam: man stellt fest, die Hartz-IV-Reformen haben zu einer Verfestigung des Leistungsbezugs der Absicherung geführt – und immer mehr Betroffene verarmen.

Die Linke reagiert darauf mit Vorschlägen. Man wünscht sich eine sanktionsfreie Mindestsicherung, die ein wirkliches soziales Netz darstellt. Außerdem würden Arbeitszeitverkürzungen helfen, mehr Menschen in Lohn und Brot zu bringen und auch die Idee des damaligen Kanzlers Schröder, „mehr Gewicht auf das Fordern“ zu legen, hat sich als nicht sehr gewinnbringend erwiesen. Auch Arbeitsmarktexperten wissen inzwischen, dass Hartz IV, so wie es einmal gedacht war, wirkungslos ist. Denn damals wie heute hat sich eines nicht geändert: Arbeitsplätze für gering Qualifizierte fehlen. Grund ist die zunehmende Automatisierung, durch die die einfachen Arbeitsplätze wegfallen.

Hätte das System Hartz IV so funktioniert, wie es gedacht war, hätten Sanktionen und Verbote für die Arbeitslosen dazu führen müssen, dass die Verweildauer in der Grundsicherung geringer geworden wäre. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Bezugsdauer ist gestiegen gegenüber allen bisherigen Systemen, die es vor Hartz IV gab.

Immer länger sind die Menschen auf HARTZ IV angewiesen

Immer länger sind die Menschen auf HARTZ IV angewiesen

Zuvor gab es die Arbeitslosenhilfe, die, als gekürzte Leistung, nach dem Bezug von Arbeitslosengeld eine Weiterführung des Lebensunterhaltes sicherte. Rund 48 Wochen wurde diese Leistung damals im Schnitt in Anspruch genommen. Heute sind es bei Hartz IV-Empfängern rund 130 Wochen. Eine Zunahme von rund 270% nach 10 Jahren mit dem neuen System. Damals gab es noch die Sozialhilfe, in der auch all diejenigen erfasst waren, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen. 2004 erhielten die Betroffenen diese Leistung 28 Monate im Schnitt. Heute sind wir bei 40 Monaten angelangt. Was für eine Bilanz!

Zwar, so muss man einräumen, bekommen auch Menschen Hartz IV, die nicht als Arbeitslose gelten, sondern als Aufstocker oder Ähnliches dieses Geld erhalten. Aber das ändert an der Gesamtbilanz wenig. 70% derer, die damals Arbeitslosenhilfe erhielten, kamen innerhalb eines Jahres wieder an einen Job, heute sind es nur 50% derer mit Hartz IV.

Fest steht, dass nur eine Minderheit wieder im System Fuß fasst, nachdem sie in Hartz IV abgerutscht war. Es ist der gerade Weg in die Armut. Dazu kommt, dass die Empfänger der Hilfe abgestempelt sind und immer schwerer den Weg in die Gesellschaft finden.

Bildquelle: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO
Bildquelle: © Kurt F. Domnik / PIXELIO


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Davon träumten ganze Schülergenerationen: werden die Hausaufgaben abgeschafft?

Davon träumten ganze Schülergenerationen: werden die Hausaufgaben abgeschafft?

Bildungsexpertin Jutta Allmendinger ist zumindest dafür. Vorausgesetzt: Schule ist immer Ganztagsschule. Sie hält Hausaufgaben für eine zusätzliche Säule der sozialen Ungleichheit.

Soll heißen: bei Schüler A ist Mutti zu Hause und geht mit dem armen Kind den gesamten Unterricht am Nachmittag noch einmal durch. Schüler B hat es zunächst scheinbar besser. Beim ihm zu Hause interessiert sich niemand für die Schulsachen, deshalb vergisst er die Hausaufgaben lieber und macht sich einen schönen Nachmittag. Doch auf Dauer ist der Unterschied feststellbar.

Werden Hausaufgaben abgeschafft?

Werden Hausaufgaben abgeschafft?

Daher sind Experten der Meinung, dass diese beiden „Möglichkeiten“ des Elternhauses samt sämtlicher Abstufungen dazwischen, eklatanten Einfluss auf die Entwicklung der Kinder haben und somit deren Chancen vorbestimmt sind. Dies war eigentlich schon immer so, aber die Zahl der Schüler, bei denen sich zu Hause niemand für die Schule interessiert, scheint zu wachsen.

Andererseits nimmt die Ganztagsschule Eltern und Kindern die Möglichkeit, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Kommen die Kinder auch erst am Abend nach Hause und gehen dann zeitig zu Bett, gibt es keine Zeit mehr am Tag, in der Kinder mit ihren Eltern ausgiebig kommunizieren, geschweige denn, spielen könnten. Und die Eltern bekommen ohne Hausaufgaben noch weniger mit, ob ihr Kind Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben hat.

Eine andere Forderung der Experten betrifft das längere gemeinsame Lernen, mindestens bis 14 Jahre. Dies würde dem Konzept der DDR nahe kommen, wo diejenigen Schüler, die für das Abitur eine EOS besuchten, ihre bisherige Klasse ab der 9. Stufe verließen. Dies hatte sich über mehrere Jahre bewährt. Zwischenzeitlich wollte man dabei ebenfalls neue Wege gehen und hatte den Wechsel auf die 11. Klasse verlegt. Aber hier hatten sich Schwierigkeiten eingestellt, die dazu führten, dass man die alte Regelung wieder einführte. Sie scheint sich also im Großen und Ganze bewährt zu haben.

Um Kinder aus sozial schwachen Familien nicht schon in jungen Jahren ins Hintertreffen geraten zu lassen, soll der flächendeckende Ausbau der Kindertagesstätten weiter vorangetrieben werden. Denn bereits hier werden Grundlagen für die zwei-Klassen-Kinder gelegt, die die meisten ihr Leben lang nicht mehr los werden.

Bildquelle: © S.Hoschlaeger / PIXELIO
Bildquelle: © Alexandra H. / PIXELIO


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Wächst die Chancengleichheit auf Bildung in Deutschland?

Wächst die Chancengleichheit auf Bildung in Deutschland?

Die gute Nachricht: es gibt immer weniger Schulabbrecher und mehr Abiturienten. Aber: immer noch prägt die soziale Herkunft die Bildungsabschlüsse zu einem erheblichen Teil.

Klar ist: Deutschland hat in der Bildung einen großen Nachholbedarf, wenn es um die Chancengleichheit geht. Denn noch immer ist die soziale Herkunft ein wesentliches Kriterium, wenn es um die Bildungsabschlüsse geht. Die Vorbildung der Eltern prägt mehr, als man das gemeinhin annehmen könnte.

Die Bertelsmann-Stiftung legte eine Studie vor, aus der dies klar (übergreifend für alle 16 Bundesländer) hervorgeht. Zwar haben die einzelnen Länder gute und schlechte Meldungen zum Thema, aber Nachholbedarf besteht überall.

Die Unterschiede wurden bei der Auswertung der Studie sichtbar. Beispiel: Mecklenburg-Vorpommern. Rund drei Mal so viele Schüler brechen hier die Schulausbildung ab, wie beispielsweise im Saarland. Der Unterschied, der zwischen Kindern und Jugendlichen aus gebildeten Elternhäusern und solchen aus unteren sozialen Schichten herrscht, ist in Sachsen geringer als in Bayern. Der Hochschulzugang ist in Nordrhein-Westfalen bedeutend höher als in Sachsen-Anhalt.

Dass die Chancengleichheit in Deutschland verbessert werden muss, ist seit langem bekannt. Aber es sind nur langsam Verbesserungen sichtbar. Schon in der Grundschulbildung, so die Studie, machen sich die sozialen Unterschiede erheblich bemerkbar. Das Leseverständnis liegt ungefähr auf dem Niveau wie vor zehn Jahren, so stellte man fest. Dabei beträgt der Unterschied der Kinder aus bildungsferneren Elternhäusern zu denen aus der Oberschicht rund ein Jahr.

Statt fast 7 % brechen deutschlandweit nur noch 6,2 % der Schüler ab. Mehr als jeder Zweite erreicht einen Schulabschluss, der zum Hochschulstudium berechtigt. Ebenfalls untersucht wurde das Verhältnis von Aufsteigern (niedrigere Schulart in Höhere) und Absteigern (von höherer Schulart in Niedrigere). Lag dieses vor zwei Jahren noch bei 1:4,3 , so liegt es heute bei 1:4,2.

Bildquelle: © Gerd Altmann / PIXELIO


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Neues über die aktuellen Gehälter in Deutschland

Neues über die aktuellen Gehälter in Deutschland

Die Verdienste in Deutschland klaffen weit auseinander – zu weit. Und damit ist nicht gemeint, dass das Gehalt des Reinigungspersonals unter dem des Managers liegt. Vor allem, wo und bei wem man angestellt ist, spielt eine Rolle, und ob eine lange Betriebszugehörigkeit honoriert wird, was leider immer unüblicher wird.

In welchen Berufen man gut oder schlecht verdient, ist auch nicht gleich geblieben über die letzten Jahre. Allerdings bleibt es dabei, dass Akademiker weit weniger Angst vor Arbeitslosigkeit haben müssen als diejenigen mit schlechter Berufsbildung, und daher auch recht gut verdienen.

Allein die Ingenieursgehälter klaffen je nach Branche weit auseinander, obwohl der technische Sektor an sich gut dasteht. Überhaupt die produzierenden Berufe boomen. Es wird sogar von einem Mangel an Ingenieuren berichtet. Das Gehalt liegt deutschlandweit im Durchschnitt bei rund 73.000 Euro. Dazu kommen Sonderzahlungen die bei vielen Unternehmen gezahlt werden. Im Jahr kommen die meisten in diesem Beruf auf knapp 100.000 Euro brutto.

Sowohl der technische als auch der naturwissenschaftliche Bereich haben derzeit eine Vollbeschäftigung zu melden. Es gibt wenige, die Arbeit suchen, und wenn, dann nicht lange. Gute Chancen also für Berufseinsteiger und solche, die in diesen Beruf wechseln wollen.

Deutliche Unterschiede ergeben sich nicht nur aus der Branche, sondern auch geographisch. Am unteren Ende liegt beispielsweise die Pharmaindustrie. Große Unternehmen zahlen rund 10 % mehr als Kleine. Und in Ostdeutschland werden rund 18 % weniger bezahlt als in Süddeutschland. Ein weiteres Indiz für das Gehalt ist das Alter des Arbeitnehmers. Zwischen 30 und 49 ist der Gehaltsanstieg am Größten.

Während Hochschulabsolventen an sich die größten Chancen auf einen Arbeitsplatz haben, sind deren Einstiegsgehälter ebenfalls sehr verschieden. Die Studie, deren Ergebnis besagt, dass die Branche für das Gehalt von großer Bedeutung ist, wurde aus einer Online-Befragung ausgearbeitet, für die rund 4.000 Hochschulabsolventen nach zwei bis drei Jahren im Beruf interviewt wurden.

Als Bruttogehalt insgesamt wird ein Schnitt von 3.400 Euro monatlich angegeben. Rund 3.300 erhalten jene, die einen Bachelor-Abschluss gemacht haben, während diejenigen, die einen Masterabschluss vorweisen können, mit 3.700 Euro rechnen können.

Branchenmäßig sind die Elektroingenieure gut dran, mit rund viereinhalb Tausend Euro und auch Diplomkauflaute können mit rund 3.750 Euro rechnen. Juristen bekommen ungefähr das Gleiche als Einstiegsgehalt. Etwas darunter liegen Sozialpädagogen und Soziologen im Allgemeinen, mit „nur“ 3.000 Euro im Monat. Bei Architekten liegt das erste Gehalt bei rund 2.500 Euro.
Die besten Gehälter für die jungen Absolventen winken bei einer Bank. Auch Fahrzeugbau und chemische Industrie liegen auf vordersten Rängen. Weniger gut zahlen Branchen wie Sport, Kultur und Unterhaltung. Frauen verdienen im Allgemeinen schlechter, und das von Anfang an. Der Einkommensnachteil wird mit rund 20 % angegeben.

Bildquelle:
© Gila Hanßen / PIXELIO


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Der Bildungsweg beginnt nicht erst in der Schule

Der Bildungsweg beginnt nicht erst in der Schule

Das Lernen fängt an, kaum dass wir auf der Welt sind. Und die ersten Jahre zu Hause lernen Kinder so viel an Fertigkeiten, wie dann nie wieder im Leben. Angefangen vom Laufen über das Sprechen bis zum Essen mit Besteck oder Trinken aus einem Glas.

Dann kommen viele in den Kindergarten, meist so um das dritte Lebensjahr herum, und auch hier geht das Lernen weiter. Jedoch gibt es um den Bildungsanspruch der Kindertagesstätte viel Streit. Während die einen befürworten, dass die Kinder lediglich beaufsichtigt werden und spielen, wollen die anderen die Vorschule in den Kindergarten holen samt Fremdsprache und Sportunterricht. Doch wo ist der goldene Mittelweg?

Ab August nun soll es in der Bundesrepublik Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz geben. Und das bereits ab dem ersten Lebensjahr. Also eine Mischung aus Kinderkrippe und Kindergarten, wie es in der DDR hieß. Und in diesem Gebiet des Landes dürfte es auch kein Problem sein, denn die flächendeckende Ausstattung mit derartigen Einrichtungen war vorhanden und wurde nur nach der Wende immens gekürzt. In den westlichen Landesteilen hat man sich teilweise vor großen Problemen gesehen, da eine solche Menge an entsprechenden Betreuungsplätzen zuvor nie verlangt war.

Unterstützend zu den Kita-Plätzen in verschiedener Trägerschaft gibt es Tagesmütter. Eine individuellere Betreuung für die Kinder, die man sich allerdings leisten können muss. Bundesweite Spitzenwerte bei der Kleinkinderbetreuung weißt schon jetzt das Land Brandenburg auf. Mit rund 80 % Betreuung bei den Kindern unter 3 Jahren und 60 % bei den Kindern unter einem Jahr ist das Land gut aufgestellt. Aber es hängen auch Arbeitsplätze dran, und zwar möglichst gut ausgebildete Leute sollen es sein, die sich um die Kinder kümmern.

Die meisten der nach der Wende entlassenen Erzieher oder Kindergärtner haben sich inzwischen anderweitig orientiert und so ist man jetzt gezwungen, Seiteneinstiege in diese Berufe zu ermöglichen. Die Ausbildungskapazitäten müssen im ganzen Land gesteigert werden, so ist man sich sicher. Denn der Rechtsanspruch bedeutet auch, dass es genügend Leute in den entsprechenden Berufen geben muss. Zudem will man sich bemühen, die Qualifikation derjenigen ständig zu verbessern. Allein im Land Brandenburg stehen eine Viertelmillion Euro zur Verfügung, um die Fachkräftequalifizierung auf diesem Gebiet zu fördern.

Leider musste man – nicht nur in Brandenburg- feststellen, dass viele Kinder mit erheblichen Defiziten in der Muttersprache in die Betreuungseinrichtungen kommen. Hier hat man ein Landeskonzept entwickelt, dass nun erste Früchte trägt. Denn die Kinder mit Sprachförderbedarf sind bereits um rund 5 Prozent gesunken. Grundschullehrer bemängeln die immer geringere Kompetenz in der Muttersprache, wenn die Kinder zur Schule kommen. Vielleicht sollte man den Anspruch der Kinderbetreuung im Vorschulalter so weit ausbauen, dass zumindest solch grundlegenden Defizite noch vor der Schule beseitigt werden können.

Bildquelle:
© S.v.Gehren / PIXELIO


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Deutschland bildet sich weiter…

Deutschland bildet sich weiter…

Seit die deutschen Unternehmen über Fachkräftemangel klagen, hat sich die zuvor prekäre Lage der Azubis auf Lehrstellensuche vereinfacht und entspannt. Doch was ist mit all denen, die bereits einen Beruf haben, und sogar in diesem arbeiten? Bekommen auch sie die Chance auf Weiterbildung? Neueste Statistiken sagen: JA. Deutsche Unternehmen bilden weiter.

Rund drei Viertel der hiesigen Unternehmen sind derzeit bereit, ihren Angestellten Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten. Das ist ein Wert, der hoffen lässt. Die letzte Befragung ist 8 Jahre alt und war deutlich schlechter ausgefallen. Dabei werden nicht nur klassische Weiterbildungen wie Lehrgänge und Seminare gezählt, sondern auch Job-Rotation oder selbstgesteuertes Lernen.

Derartige Studien werden seit einiger Zeit von der Europäischen Union durchgeführt und dazu auch noch in Kroatien und Norwegen. Allein in Deutschland waren rund 10.000 Unternehmen befragt worden. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Zahl der Weiterbildungsmöglichkeiten mit der Größe des Unternehmens steigt. Firmen, die mehr als 1.000 Beschäftigte haben, bilden mit 94% fast komplett weiter. Rund 25 Stunden jährlich entfallen bei diesen Arbeitnehmern auf die Weiterbildungen. Und das lassen sich die Unternehmen sogar etwas kosten. Denn rund anderthalb Tausend Euro wurden pro Person, die teilgenommen hat, aufgebracht. Bei diesen Kosten wurde auch der Lohnausfall berücksichtigt.

Bei den Weiterbildungen auffällig ist, dass die Frauen aufholen. Und zwar bei internen Veranstaltungen wie beispielsweise auch beim Informatik-Studium. Die früher klassischer Weise von Männern gebuchten Studiengänge werden nun immer öfter von weiblichen Studenten belegt. Inzwischen sind in dieser Studienrichtung rund ein Fünftel Frauen, was im Vorjahr zum ersten Mal zu verzeichnen war. Bei anderen typischen Männerstudiengängen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik sind es dagegen noch immer wenige Frauen und oft nur um die 10 %.

Da auch die Weiterbildungen im Unternehmen immer öfter von Frauen belegt werden, geben sich viele Firmen Mühe bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Fortbildung. Bei großen Arbeitgebern klappt dies schon recht gut, sodass sich hier überdurchschnittlich viele weibliche Angestellte für Weiterbildungen interessieren.

Bildquelle:
© Lupo / PIXELIO


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